Ein PlusSize Model kämpft gegen Mobbing

Mobbing – ein Begriff, der in jüngster Zeit in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle zu spielen scheint, wohl auch deshalb, weil die Attacken, die darauf aus sind, einen Menschen psychisch, aber manchmal auch physisch zu verletzen, zunehmen. Am 22.2.2018 findet genau aus diesem Grund der Tag des Mobbings statt, um auf derlei Missstände aufmerksam zu machen.

Besonders im Internet häufen sich die Zahlen von Cybermobbing. Doch auch wenn es noch kein Gesetz gegen Cybermobbing und keinen eigenen Straftatbestand in Deutschland gibt, kann Cybermobbing durchaus strafbar sein.

Zu beiden Themen hat unsere Stella ihre Erfahrungen sammeln müssen. Wie man auch in schweren Zeiten zu sich selbst stehen kann, verrät die 26-jährige. Sie will allen Betroffenen Mut machen, dass man trotz Schikanen sehr weit kommen kann. Sie gibt Tipps, wie man am besten mit Hasskommentaren im Netz oder Beleidigungen umgeht.

„Wenn mich heute jemand im Internet beleidigt, mache ich seine Beleidigung zum Kompliment indem ich die guten Seiten daran hervorhebe. Beispiel: ‚Du siehst aus wie Wackelpudding!‘ Ich freue mich und sage wie toll ich das finde, Wackelpudding ist so lecker und hat so eine schöne, weiche, geschmeidige Konsistenz. Danke für das liebe Kompliment!

Bei härteren Beleidigungen wie ‚Fettsau‘…auch hier ziehe ich lächelnd alles Positive heraus. Eine fette Sau ist schön saftig und prall und kann außerdem viele Kinder zur Welt bringen. Sie isst sehr gerne, und ganz ehrlich, Sau passt eigentlich ganz gut, du solltest mal bei mir vorbei kommen, da sieht´s auch ab und zu aus wie im Saustall. Manchmal muss man eben auch eine kleine Drecksau sein, und umso fetter, umso mehr Ertrag. Geil.

So macht es niemandem Spaß, mich weiter zu beleidigen, weil es gar nicht geht und keinen Spaß mehr macht, wenn es für mich Komplimente sind. Seht in allem immer das Positive, das ist mein Tipp für euch.“

Es ist erschreckend, mit was man sich konfrontieren muss, wenn man nicht dem Ideal einiger Menschen entspricht. Doch seit 2013 arbeitet Stella als erfolgreiches Plussizemodel. Diese Bestätigung sollte Antwort genug auf die Hetze im Netz sein!

2016 war sie sogar Top Ten Kandidatin in der TV-Show Curvy Supermodel und ist seit jeher ein gut gebuchtes Model, das für Highfashion Designer wie z.B. Sallie Sahne oder Mable gebucht wird. Sie läuft nicht nur auf der Fashion Week in Berlin über den Laufsteg, sondern hat es sogar bis auf die Laufstege in Paris geschafft.

Jedoch war der Weg zum gefragten Model steinig. Lange Zeit fühlte sie sich nicht wohl in ihrem Körper. Ihre Klassenkameraden, gaben ihr das Gefühl, dass es Mädchen mit etwas mehr auf den Hüften, nicht geben sollte. Der Druck, dem Stella ausgesetzt war, wurde so groß, dass sie mit Bulimie und Binge-Eating, als Folge des Mobbings zu kämpfen hatte.

Eine Zeit lang hatte sie sogar Selbstmordgedanken, da sie die ständigen Schikanen und dem ekelhaften Verhalten ihrer Mitschüler und angeblichen Freunden, nicht mehr standhalten konnte. Der letzte Ausweg um den schlimmen Gedanken, den Anfeindungen und natürlich dem krankhaften Essverhalten zu entkommen, war es, die Schule zu wechseln und eine Therapie zu beginnen.

Während ihrer Ausbildung zur Schauspielerin 2012-2015 fasste sie neuen Mut, begann nebenbei als Curvymodel zu arbeiten und entschloss sich 2016 schließlich, einen Blog zu gründen, um anderen Mädchen, die in einer ähnlichen ausweglosen Situation stecken, oder sich einfach nicht wohl in ihrem Körper finden, zu helfen. Um ihnen Mut zu machen, zu sich zu stehen. Seit 2017 bloggt Stella auch auf Lovelycurves.de, hier wird nicht nur trendige PlusSize Fashion präsentiert, man erhält auch Tipps, wie man selbstbewusst mit seinem Körper umgehen sollte. Ihre Message: Man muss keine 34/36 tragen, um sich in seinem Körper wohlzufühlen und niemand hat das Recht, andere nach der Kleidergröße zu beurteilen.

Denn leider müssen sich Frauen mit Rundungen immer noch für ihre Figur rechtfertigen und erfahren immer noch Ausgrenzung. Das beginnt schon beim Shopping, denn in einem Laden wird die PlusSize Mode in die hintere Ecke verbannt. Im Internet wird diese Zielgruppe oft übersehen oder sie müssen in „staubigen“ OnlineStores nach altbackenen Kleidungsstücken suchen. Mit den hippen Online-Marktplätzen der gängigen Größen ist das Angebot für die kurvigen Kundinnen nicht zu vergleichen.

Deshalb ist Stella Mitgründerin von Lovelycurves.de. Hier müssen sich PlusSize Damen von 20 – 75 Jahren nicht verstecken, denn sie sind hier als Kundinnen die unangefochtenen Königinnen und können im Secondhand-Shop ehemals gesammeltes Gold, das nicht mehr richtig gefallen mag, versilbern. Oder sie shoppen einfach nach Herzenslust auf dem Second Season Store, der die Möglichkeit bietet, hochwertige Designerware der letzten Saison zu unschlagbaren Preisen zu kaufen. Lovelycurves.de verbindet hochwertige Mode aus zweiter Hand, mit Designerware aus vorangegangenen Kollektionen im PlusSize Bereich.

Wir wünschen allen Menschen, die ausgegrenzt oder ungerecht behandelt werden viel Kraft nicht aufzugeben. Es gibt leider viel zuviele, da geht es neben der „falschen“ Kleidergröße, um die „falsche“ Haar-, Hautfarbe (und ja, auch blonde Frauen haben mit Diskriminierung zu kämpfen), Religion oder einfach nur um reine Niedertracht.

Versucht den Fokus auf das Gute zu lenken und lasst euch nicht runterziehen. Niemand sollte sich über einen anderen Menschen erheben, auf ihn herab schauen, ihn schlecht machen, nur um sich selbst zu erhöhen. Diejenigen, die andere Menschen beleidigen und schlecht behandeln, werden irgendwann in ihrem Leben die Quittung bekommen.

Eure Saskya

Tags: Cybermobbing

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